Mitarbeiter-Apps im Vergleich: Standardlösung oder eigene App?

Mitarbeiter-App-Vergleich: Beschäftigte aus Produktion und Büro nutzen eine Mitarbeiter-App auf dem Smartphone

13 Min. Lesezeit

Ein Mitarbeiter-App-Vergleich läuft auf zwei Wege hinaus: Du mietest eine Standardlösung wie Beekeeper, Flip, Haiilo, HERCULES, LOLYO, Quiply oder Staffbase, oder du lässt eine eigene Mitarbeiter-App entwickeln. Die Standardlösung ist je nach Anbieter sofort bis nach rund 90 Tagen einsatzbereit und kostet laut den öffentlich genannten Preisen ab rund 1 Euro je Nutzer und Monat plus Einrichtung. Die eigene App kostet einmalig mehr, gehört dir samt Quellcode und rechnet sich in unserer Fünf-Jahres-Rechnung ab rund 420 Nutzern, wenn die Lizenz 4 Euro kostet, bei 1 Euro erst ab rund 1.700.

Du willst die eigene Variante gleich mit deinen Zahlen gegenrechnen? Der App-Kosten-Kalkulator liefert dir eine erste Schätzung, bevor du mit Anbietern sprichst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sieben Standardlösungen im Vergleich: Beekeeper (heute Teil von LumApps), Flip, Haiilo, HERCULES, LOLYO, Quiply und Staffbase. Öffentliche Preise nennen Flip, HERCULES und LOLYO.
  • HERCULES ist ein Produkt von BlueBranch und Quapler und hat einen anderen Schwerpunkt: Motivation über Aufgaben, Punkte und Prämien statt News und Chat.
  • Die günstigste öffentlich genannte Lizenz kostet ab 0,99 Euro je Nutzer und Monat plus 4.990 Euro Einrichtung (LOLYO plus).
  • Eine eigene, mittelkomplexe Mitarbeiter-App kostet in unserer Beispielrechnung rund 100.000 Euro über fünf Jahre, Wartung und Hosting eingerechnet.
  • Die Schwelle zur eigenen App berechnest du selbst: Gesamtkosten der eigenen App geteilt durch Lizenzpreis mal 12 mal Jahre.
  • Sechs der sieben Anbieter bieten laut eigener Website Hosting in Deutschland an. Bei der eigenen App bestimmst du Serverstandort, Funktionen und Roadmap selbst.

Mitarbeiter-App-Vergleich 2026: Sieben Standardlösungen und die eigene App

Der Vergleich stellt sieben Mitarbeiter-App-Anbieter und die individuell entwickelte App nebeneinander. Alle Angaben zu den Anbietern stammen von deren eigenen Websites, abgerufen am 09.10.2026; die Belege stehen in den Quellen am Ende des Artikels. Die Reihenfolge ist alphabetisch und bewertet nichts. HERCULES ist ein Produkt von BlueBranch, dem Herausgeber dieses Artikels, gemeinsam mit der Quapler GmbH & Co KG; es steht nach denselben Kriterien und ohne Platzierung im Vergleich.

Verglichen werden die Kriterien, die über Gesamtkosten und Abhängigkeit entscheiden: Preis, Datenstandort, eigene App mit eigenem Namen im Store und Schnittstellen.

LösungPreis laut WebsiteDatenstandort laut AnbieterEigene App mit eigenem NamenTypische Schnittstellen
Beekeeper (LumApps)auf Anfrageim Angebot klärenim Angebot klärenWorkday, SAP, ServiceNow
FlipGrowth ab 4.950 € pro Jahr bis 300 Mitarbeitende, Enterprise auf AnfrageAzure-Cloud in Frankfurt und BerlinWhite-Label-App im Enterprise-PaketSSO und SCIM; HR-Systeme und SharePoint im Enterprise-Paket
Haiiloindividuelles AngebotEU (Deutschland) oder USA, wählbarWhite-Label-App als ErweiterungMicrosoft 365, Google Workspace, Slack, HR-Systeme
HERCULES (BlueBranch und Quapler)Basic 4,99 €, Standard 9,99 €, Premium 19,99 € je Nutzer und Monat; Enterprise ab 100 Mitarbeitenden auf AnfrageDeutschlandim Paket Premium mit eigenem Branding und Launch unter eigenem FirmennamenAPI-Anbindung im Paket Enterprise
LOLYO2,10 € je Nutzer und Monat plus 109 € Grundgebühr; LOLYO plus ab 0,99 € plus 4.990 € EinrichtungAzure-Rechenzentrum in Frankfurt am Main, On-Premises optionalbei LOLYO plus eigenes Icon und eigener NameREST-API, SSO mit Entra ID oder Google
Quiplyindividuelles Angebot aus Setup-Gebühr und Monatspreis je MitarbeitendemRechenzentrum in Frankfurt am MainVersion ProfessionalAzure Active Directory, SSO, SharePoint, Import aus DATEV, SAP, Personio
Staffbaseindividuelles AngebotEU-Hosting in Frankfurt (Microsoft Azure), USA wählbarvollständig gebrandete AppMicrosoft, Google, ServiceNow, Cornerstone
Eigene Mitarbeiter-Appeinmalige Entwicklung plus Wartung, Rechenbeispiel im nächsten Abschnittfrei wählbar, auch eigene Serverja, Quellcode bei dir, wenn der Vertrag es regeltjedes System mit Schnittstelle, auch Eigenentwicklungen

Beekeeper: Frontline-App, inzwischen Teil von LumApps

Die Beekeeper-App richtet sich an Beschäftigte ohne festen Büroarbeitsplatz, etwa in Produktion, Hotellerie und Verkauf, und erreicht sie ohne Firmen-E-Mail-Adresse. Die Website leitet inzwischen auf LumApps weiter: Beekeeper ist Teil von LumApps, einem 2012 in Lyon gegründeten Intranet-Anbieter. Eine gemeinsame Plattform wird laut Anbieter in den nächsten 12 bis 18 Monaten schrittweise eingeführt; Verträge, Preise und Zugangsdaten bestehender Kunden bleiben vorerst unverändert. Preise nennt die Seite keine.

Flip: Feste Pakete bis 300 Mitarbeitende

Flip aus Stuttgart nennt einen Einstiegspreis: Das Paket Growth kostet ab 4.950 Euro im Jahr und gilt für Teams bis 300 Mitarbeitende. Enthalten sind News, Einzel- und Gruppenchats, Sprach- und Videoanrufe, Live-Übersetzung in über 60 Sprachen, Wissensdatenbank und Umfragen. Mini-Apps für Schichtpläne, Abwesenheiten und Gehaltsabrechnungen, native HR-Integrationen und eine White-Label-App gibt es im Enterprise-Paket mit individuellem Angebot.

Haiilo: Intranet und App aus einem Baukasten

Haiilo aus Hamburg kombiniert Intranet, Mitarbeitenden-App, interne Kommunikation und Employee Advocacy. Die Pakete stellst du modular zusammen; der Preis hängt laut Haiilo von Lizenzzahl, Funktionen, Integrationen und Support ab und kommt als individuelles Angebot. Eine White-Label-App mit eigener Domain, die Anbindung an Microsoft 365 und Google Workspace sowie HR-Integrationen sind als Erweiterungen aufgeführt.

HERCULES: Punkte und Prämien statt News und Chat

Die Mitarbeiter-App HERCULES ist ein Produkt der BlueBranch GmbH und der Quapler GmbH & Co KG aus Fürth. Sie setzt anders an als die übrigen Lösungen: Unternehmen legen Aufgaben fest, Beschäftigte sammeln dafür Punkte und lösen sie gegen Geld, Gutscheine oder Benefits ein. Typische Aufgaben sind Pünktlichkeit, Weiterbildung, Sport oder Eigeninitiative. Die Preise stehen öffentlich: Basic 4,99 Euro, Standard 9,99 Euro, Premium 19,99 Euro je Nutzer und Monat. Ab Standard legst du eigene Aufgaben und Challenges an, Premium bringt eigenes Branding und den Launch unter eigenem Firmennamen, Enterprise für Organisationen ab 100 Mitarbeitenden umfasst API-Anbindung, eigene Funktionen und SLA. Die Daten bleiben laut Anbieter in Deutschland, 30 Tage lassen sich kostenlos testen.

Für News, Chat und Dokumente ist HERCULES nicht gebaut; es ergänzt eine Kommunikations-App eher, als dass es sie ersetzt. Wie die App entstanden ist, zeigt die Case Study zu HERCULES.

LOLYO: Vollständige Preisliste, monatlich kündbar

LOLYO stammt von der cycoders GmbH aus Raaba bei Graz und veröffentlicht die komplette Preisliste. Die Standardversion kostet 2,10 Euro je Nutzer und Monat plus 109 Euro Grundgebühr und ist laut Anbieter für Unternehmen bis 500 Mitarbeitende gedacht. LOLYO plus beginnt bei 0,99 Euro je Nutzer und Monat plus 4.990 Euro Einrichtung und bringt ein eigenes App-Icon und einen eigenen App-Namen mit. Das Abo ist monatlich kündbar, 60 Tage lassen sich kostenlos testen.

Quiply: Setup-Gebühr plus Monatspreis, Daten in Frankfurt

Quiply mit Büro in Köln gehört laut Impressum zur Proalpha Group und spricht ausdrücklich auch Betriebe mit 50 Mitarbeitenden an. Die Kosten bestehen aus einer einmaligen Setup-Gebühr und einem Monatspreis je Mitarbeitendem; konkrete Zahlen gibt es per Angebot. Die Version Essential setzt 40 Lizenzen voraus, die Version Professional ist eine eigens programmierte App mit eigenem Namen und Icon im Store. Die übliche Mindestlaufzeit beträgt 12 Monate mit Verlängerung um jeweils ein Jahr.

Staffbase: Plattform für große Belegschaften

Staffbase aus Chemnitz positioniert sich als Employee-Experience-Plattform mit Mitarbeiter-App, Intranet, E-Mail und Digital Signage. Preise veröffentlicht Staffbase bewusst nicht; das Angebot richtet sich nach der Belegschaftsstruktur und kommt laut FAQ meist drei bis fünf Werktage nach dem ersten Gespräch. Als Größenordnung nennt der Anbieter 500 bis 200.000 Mitarbeitende. Die App lässt sich vollständig mit eigenem Namen und Logo branden. Für die Einführung nennt Staffbase 90 Tage bis zum Go-live, abhängig von Umfang und Konfiguration.

Eigene Mitarbeiter-App: Individuell entwickelt

Die achte Option ist die eigene App. Eine Agentur oder ein internes Team entwickelt sie nach deinem Lastenheft, meist plattformübergreifend mit Flutter für iOS und Android aus einer Codebasis. Du zahlst einmalig für die Entwicklung und danach für Wartung, Updates und Hosting. Dafür bestimmst du Funktionsumfang, Datenstandort und Roadmap selbst. Bei BlueBranch gehört der Quellcode vertraglich dem Auftraggeber, entwickelt wird in Deutschland und zum Festpreis.

Der Mehrwert einer eigenen Mitarbeiter-App entsteht bei den Prozessen, die eine Standardlösung nur mit Umwegen abdeckt. Wer eine Mitarbeiter-App entwickeln lassen will, listet diese Prozesse deshalb vor dem ersten Gespräch auf.

Gesamtkosten über fünf Jahre: Lizenz gegen Eigenentwicklung

Der Lizenzpreis je Nutzer wirkt klein und wächst mit jedem Jahr und jeder neuen Person. Die eigene App kostet am Anfang viel und danach vergleichsweise wenig. Entscheidend ist der Schnittpunkt beider Kostenkurven. Die folgende Rechnung legt alle Annahmen offen, damit du sie mit deinen eigenen Zahlen wiederholen kannst.

Annahmen der Beispielrechnung

  • Eigenentwicklung: 50.000 Euro einmalig für eine mittelkomplexe Mitarbeiter-App mit News, Push-Nachrichten, Chat, Nutzerverwaltung, Admin-Oberfläche und Single Sign-on. Die Marktspanne für mittelkomplexe Apps liegt bei 30.000 bis 80.000 Euro.
  • Laufende Kosten der eigenen App: 10.000 Euro pro Jahr, davon rund 8.750 Euro für Wartung und Updates (17,5 Prozent der Entwicklungskosten, marktüblich sind 15 bis 20 Prozent) und rund 1.250 Euro für Hosting, Push-Dienst und Store-Gebühren.
  • Lizenz: 1, 2, 3, 4 oder 6 Euro je Nutzer und Monat als Rechenwerte. Einrichtungsgebühren der Anbieter bleiben außen vor; sie würden die Lizenzseite zusätzlich verteuern.
  • Interne Kosten für Redaktion, Einführung und Abstimmung mit dem Betriebsrat fallen bei beiden Wegen an und stehen deshalb in keiner der beiden Spalten.

Über drei Jahre kostet die eigene App damit 80.000 Euro. Das passt zur Spanne von 75.000 bis 85.000 Euro, die der Ratgeber zu den Kosten einer App-Entwicklung für eine 50.000-Euro-App über drei Jahre nennt. Über fünf Jahre sind es 100.000 Euro.

Kumulierte Kosten bei 1.000 Nutzern: eigene Mitarbeiter-App gegen LizenzmodelleBeispielrechnung · 1.000 Nutzer · kumulierte Kosten in Euro · Start eigene App: 50.000 €060.000120.000180.000240.000StartJahr 1Jahr 2Jahr 3Jahr 4Jahr 5Lizenz 4 €Lizenz 2 €Lizenz 1 €Eigene Appnach 16 Monatennach 43 MonatenAbb. 1 · BlueBranch
Abb. 1: Kumulierte Kosten bei 1.000 Nutzern über fünf Jahre, eigene Mitarbeiter-App gegen Lizenzpreise von 1, 2 und 4 Euro je Nutzer und Monat (Beispielrechnung)

Bei 1.000 Nutzern holt eine Lizenz zu 4 Euro die eigene App nach rund 16 Monaten ein, eine Lizenz zu 2 Euro nach rund 43 Monaten. Eine Lizenz zu 1 Euro bleibt über fünf Jahre günstiger: 60.000 gegen 100.000 Euro.

Break-even: Ab wie vielen Nutzern sich die eigene App rechnet

Die Schwelle ergibt sich aus einer Formel: Nutzerzahl = Gesamtkosten der eigenen App ÷ (Lizenzpreis × 12 × Jahre). Mit den Annahmen der Beispielrechnung ergibt sich:

Lizenzpreis je Nutzer und MonatSchwelle über 3 Jahre (80.000 €)Schwelle über 5 Jahre (100.000 €)
1 €2.222 Nutzer1.667 Nutzer
2 €1.111 Nutzer833 Nutzer
3 €741 Nutzer556 Nutzer
4 €556 Nutzer417 Nutzer
6 €370 Nutzer278 Nutzer

Kostet die Lizenz 3 Euro je Nutzer und Monat und planst du mit fünf Jahren, ist die eigene App ab rund 560 Nutzern die günstigere Option. Mit den öffentlichen Preisen gerechnet liegt die Fünf-Jahres-Schwelle bei LOLYO plus (ab 0,99 Euro plus 4.990 Euro Einrichtung) bei rund 1.600 Nutzern. Flip Growth deckt bis 300 Mitarbeitende für ab 4.950 Euro im Jahr ab, also ab 24.750 Euro in fünf Jahren. In dieser Größe ist die Standardlösung klar günstiger.

Datenhoheit und Hosting: Wo die Daten deiner Belegschaft liegen

Eine Mitarbeiter-App verarbeitet Namen, Rollen, Standorte, Chatverläufe und oft Schichtdaten. Für den Datenschutz zählen deshalb drei Fragen: Wo steht der Server, wer betreibt die Infrastruktur, und wer hat Zugriff auf die Daten?

Sechs der sieben Anbieter nennen auf ihrer Website ein Rechenzentrum oder eine Datenhaltung in Deutschland: Staffbase und Haiilo im EU-Hosting, Flip, HERCULES, Quiply und LOLYO. Bei Staffbase, Flip und LOLYO betreibt laut Anbieter Microsoft Azure die Infrastruktur in Frankfurt, bei Flip zusätzlich in Berlin. Haiilo und Staffbase bieten alternativ US-Hosting an, LOLYO listet On-Premises als Option, und Quiply arbeitet laut eigener Angabe ohne Unterauftragsverarbeiter außerhalb der EU.

Flip nennt ISO 27001, SOC 2 und TISAX sowie ein C5-konformes Rechenzentrum, Haiilo ISO 27001 und SOC 2 Typ II, Staffbase ISO 27001. Staffbase und Quiply bieten ausdrücklich einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach DSGVO an. Organisationen mit strengen Vorgaben, etwa Kommunen, Banken oder Betriebe mit Geheimhaltungspflichten, prüfen zusätzlich, ob ein Betreiber mit Sitz in den USA für ihre Daten zulässig ist.

Bei der eigenen App entscheidest du selbst: Deutscher Hoster, eigene Server im Rechenzentrum deines Unternehmens oder eine Cloud deiner Wahl. In regulierten Branchen ist das oft der ausschlaggebende Punkt. Was dabei technisch und rechtlich zu beachten ist, fasst der Beitrag zum Datenschutz bei Apps zusammen.

Betriebsrat: Mitbestimmung gilt für beide Wege

Lesebestätigungen, Nutzungsstatistiken oder Auswertungen von Aufgaben machen Verhalten und Leistung von Beschäftigten sichtbar. Für technische Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung zu überwachen, hat der Betriebsrat nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht. Das gilt unabhängig davon, ob du mietest oder entwickeln lässt. Bei der eigenen App legst du selbst fest, welche Daten überhaupt erhoben werden, und baust Auswertungen so, dass sie zur Betriebsvereinbarung passen.

Quellcode und Exit: Wem die Mitarbeiter-App am Ende gehört

Bei einer Standardlösung mietest du Software. Der Quellcode bleibt beim Anbieter, auch wenn die App deinen Namen im Store trägt: Quiply Professional, LOLYO plus, HERCULES Premium, die gebrandete Staffbase-App und die White-Label-Apps von Flip und Haiilo laufen auf der Plattform des Anbieters. Mit dem Vertragsende endet in der Regel auch die App. Drei Punkte gehören deshalb in jeden Vertrag:

  1. Datenexport: In welchem Format bekommst du Beiträge, Nutzerkonten und Dateien bei Vertragsende?
  2. Laufzeit und Kündigung: Quiply nennt 12 Monate Mindestlaufzeit mit Verlängerung um ein Jahr, LOLYO ist monatlich kündbar, bei Flip hängt der Preis unter anderem von der vereinbarten Laufzeit ab.
  3. Eigentümerwechsel: Der Markt konsolidiert sich. Beekeeper gehört inzwischen zu LumApps, Quiply zur Proalpha Group. Kläre vorab, was bei einer Übernahme mit Preisen und Funktionen passiert.

Bei der eigenen App gehören dir Quellcode und Daten, wenn der Vertrag die Rechte am Quellcode auf dich überträgt; bei BlueBranch ist das Standard. Die Store-Einträge legst du am besten im eigenen Entwicklerkonto an. Dann kannst du die App jederzeit von einem anderen Team weiterentwickeln lassen, und kein Anbieter ändert Preise oder Funktionen über deinen Kopf hinweg.

Wer bei Standardlösung und eigener App was in der Hand hatWer entscheidet über …StandardlösungEigene AppQuellcodeAnbieterDuServerstandortOptionen des AnbietersDu, frei wählbarFunktionen und RoadmapAnbieterDuPreisentwicklungAnbieter, je VertragDu, über die WartungNach VertragsendeApp endet, DatenexportApp läuft weiterAbb. 3 · BlueBranch
Abb. 3: Wer bei Standardlösung und eigener App über Quellcode, Serverstandort, Roadmap, Preise und Weiterbetrieb entscheidet

Erst die Anforderungen, dann der Anbieter: Mit der Lastenheft-Vorlage vergleichst du Standardlösung und eigene App auf derselben Grundlage.

Integration in bestehende Systeme: Konnektor oder eigene Schnittstelle

Eine Mitarbeiter-App wird im Alltag erst nützlich, wenn sie Daten aus anderen Systemen zeigt: Schichtplan, Urlaubsanspruch, Gehaltsabrechnung, Zeiterfassung, Aufträge. Die Standardlösungen bringen dafür fertige Konnektoren mit, zum Beispiel für Microsoft 365, SharePoint, SAP, Workday, ServiceNow, DATEV oder Personio. Läuft dein Unternehmen auf diesen Systemen, ist die Anbindung schnell erledigt.

Aufwendig wird es bei Systemen ohne fertigen Konnektor: Eine selbst entwickelte Warenwirtschaft, eine Branchensoftware im Handwerk, Maschinendaten aus der Produktion. Dann brauchst du Schnittstellen (APIs) auf beiden Seiten. LOLYO bietet eine REST-API und nennt Custom-APIs als Option; Flip schaltet individuelle Mini-Apps und Workflows im Enterprise-Paket frei. Bei einer eigenen App entsteht die Anbindung genau für dein System, und die App zeigt nur die Daten, die deine Leute wirklich brauchen. Eine Handwerker-App verbindet so etwa Aufmaß, Zeiterfassung und Auftrag in einer Oberfläche.

Prämien-Apps: Wenn Punkte zu Geld werden

Mitarbeiter-Apps können mehr als informieren. Prämien-Apps verbinden Aufgaben mit einer Belohnung, die Beschäftigte selbst wählen. Das gibt es als fertiges Produkt, etwa HERCULES, oder als eigene Funktion in einer individuell entwickelten App.

Bei HERCULES stammen die Aufgaben aus den Bereichen Sport, Wissen und Produktivität, dazu kommt eine tägliche Challenge. Ein täglicher Spin, ein monatliches Glücksrad, Badges und ein Social Feed halten die Beteiligung hoch.

Wichtig für die Einführung: Punkte für Leistung und eine Einlösung in Geld können neben Nr. 6 auch die Mitbestimmung bei der betrieblichen Lohngestaltung und bei leistungsbezogenen Entgelten berühren (§ 87 Abs. 1 Nr. 10 und 11 BetrVG). Das gilt gleichermaßen, ob du ein solches Produkt mietest oder ein Prämiensystem selbst entwickeln lässt.

Verteilung: Nicht gelistet im App Store, privat über Managed Google Play

Eine eigene Mitarbeiter-App muss nicht öffentlich im Store auffindbar sein. Apple bietet die Verteilung als nicht gelistete App an: Sie erscheint in keiner Suche und keinem Chart und ist nur über einen direkten Link erreichbar, auch auf privaten Geräten, die nicht über Apple Business verwaltet werden. Voraussetzung ist die reguläre App-Prüfung. Weil jeder mit dem Link die App laden kann, gehört eine Anmeldung in die App.

Für Android veröffentlichst du interne Apps über Managed Google Play direkt aus der Konsole deines Geräteverwaltungssystems (EMM); laut Google sind sie meist innerhalb von zehn Minuten verfügbar. Wer ganz ohne Store auskommen will, baut die App als Progressive Web App, die im Browser läuft und sich auf dem Startbildschirm ablegen lässt.

Welche Option passt: Entscheidung nach Größe und Prozessbedarf

Drei Fragen führen in den meisten Fällen zur richtigen Option: Gibt es einen Prozess, den nur dein Betrieb hat? Gibt es feste Vorgaben zum Serverstandort? Und wie viele Nutzer kommen über die geplante Laufzeit zusammen?

Entscheidungsbaum: Standardlösung oder eigene Mitarbeiter-AppBildet die App einen Prozess ab,den es nur in deinem Betrieb gibt?Eigene App odereigenes ModulJaNeinMüssen die Daten auf eigenen oderfestgelegten Servern liegen?Eigene App mitfreiem HostingJaNeinMehr als rund 800 Nutzer beiPlanung über fünf Jahre?Gesamtkosten rechnen:Eigene App oft günstigerJaNeinStandardlösung mietenund im Pilot testenAbb. 2 · BlueBranch
Abb. 2: Entscheidungsbaum für die Wahl zwischen Standardlösung, Kombination und eigener Mitarbeiter-App

Standardlösung: Schnell startklar bei Standardbedarf

  • Deine Belegschaft bleibt unter der Break-even-Schwelle für deinen Lizenzpreis, bei 3 Euro je Nutzer und Monat also unter rund 560 Nutzern.
  • News, Chat, Umfragen und Dokumente decken den Bedarf ab.
  • Deine Systeme passen zu den angebotenen Konnektoren.
  • Du willst in wenigen Wochen starten und hast kein Team für die Weiterentwicklung.
  • Für Motivation und Prämien reicht dir ein fertiges System wie HERCULES.

Eigene Mitarbeiter-App: Wenn Prozesse und Größe zusammenkommen

  • Es kommen mehr als rund 830 Nutzer zusammen (Schwelle bei 2 Euro Lizenz über fünf Jahre).
  • Die App soll einen Prozess abbilden, den es so nur bei dir gibt, zum Beispiel Prüfprotokolle, Aufmaß oder ein Prämiensystem mit eigener Entgeltlogik.
  • Die Daten müssen in einem bestimmten Rechenzentrum oder auf eigenen Servern liegen.
  • Du willst die App als Teil deiner Marke dauerhaft besitzen und weiterentwickeln.

Starte die eigene App mit einem MVP: Drei bis fünf Kernfunktionen, ein Standort als Pilot, danach Ausbau nach echten Nutzungsdaten. Wer zum Festpreis eine App entwickeln lassen will, bekommt so früh belastbare Zahlen für die Entscheidung.

Kombination: Standardplattform plus eigenes Modul

Zwischen beiden Wegen liegt die Kombination. Die Kommunikation läuft über eine Standardplattform, ein spezieller Prozess über eine eigene App oder ein eigenes Modul, angebunden per API und Single Sign-on. Das lohnt sich, wenn der Großteil des Bedarfs Standard ist und ein einzelner Prozess den Unterschied macht. Eine Beratung zur App-Entwicklung klärt vorab, welcher Zuschnitt für dich wirtschaftlich ist.

Mitarbeiter-App-Erfahrungen richtig lesen

Erfahrungsberichte und Referenzen der Anbieter nennen oft Nutzungsquoten. Flip verweist auf 92 Prozent wöchentliche Logins bei REWE nach dem Rollout, Staffbase nennt 87 Prozent App-Adoption im ersten Jahr, Beekeeper ebenfalls 87 Prozent Adoptionsrate bei Frontline-Beschäftigten. Diese Werte messen Verschiedenes: Wöchentliche Anmeldungen, aktivierte Konten oder Nutzung in einer bestimmten Zielgruppe. Vergleichbar werden sie erst, wenn du nach Messweise, Zeitraum und Unternehmensgröße fragst.

Belastbarer als jede Quote sind eigene Erfahrungen im Pilot. LOLYO lässt sich 60 Tage kostenlos testen, Flip bietet einen Pilot mit einem Standort oder Team über wenige Wochen an. Bei der eigenen App übernimmt das MVP die Rolle des Piloten. Miss im Pilot drei Werte:

  • Aktivierungsquote der Beschäftigten ohne Firmen-E-Mail, die die App ohne Hilfe einrichten
  • Lesequote der Beiträge nach vier Wochen, getrennt nach Standort
  • Redaktionsaufwand pro Woche für Beiträge, Freigaben und Rückfragen

Du willst wissen, ob sich eine eigene Mitarbeiter-App für deinen Betrieb rechnet? Im Erstgespräch rechnen wir es mit deinen Zahlen durch.

Häufige Fragen zum Mitarbeiter-App-Vergleich

Was kostet eine Mitarbeiter-App pro Nutzer?

Öffentliche Preise nennen nur wenige Anbieter: LOLYO kostet 2,10 Euro je Nutzer und Monat plus Grundgebühr, LOLYO plus ab 0,99 Euro plus Einrichtung, Flip ab 4.950 Euro im Jahr für bis zu 300 Mitarbeitende, HERCULES 4,99 bis 19,99 Euro je Nutzer und Monat. Eine eigene, mittelkomplexe Mitarbeiter-App kostet am Markt einmalig 30.000 bis 80.000 Euro plus jährliche Wartung.

Welche Mitarbeiter-App ist die beste?

Die beste Mitarbeiter-App ist die, die deine Beschäftigten auch ohne Firmen-E-Mail erreicht, sich an deine Systeme anbindet und über die geplante Laufzeit am wenigsten kostet. Für kleine Belegschaften mit Standardbedarf ist das meist eine Standardlösung, für große Belegschaften mit eigenen Prozessen oft eine eigene App.

Ab wie vielen Mitarbeitenden lohnt sich eine eigene Mitarbeiter-App?

Über fünf Jahre gerechnet lohnt sich eine eigene Mitarbeiter-App für rund 100.000 Euro ab etwa 830 Nutzern, wenn die Lizenz 2 Euro je Nutzer und Monat kostet, und ab etwa 420 Nutzern bei 4 Euro. Eigene Prozesse oder feste Vorgaben zum Serverstandort können die Entscheidung auch bei weniger Nutzern begründen.

Wo speichern Mitarbeiter-Apps ihre Daten?

Sechs der sieben verglichenen Anbieter nennen eine Datenhaltung in Deutschland, meist in Frankfurt am Main und häufig auf Microsoft Azure. Bei einer eigenen App legst du den Standort selbst fest, bis hin zu eigenen Servern.

Muss der Betriebsrat einer Mitarbeiter-App zustimmen?

Ja, sobald die App dazu bestimmt ist, Verhalten oder Leistung der Beschäftigten zu überwachen, hat der Betriebsrat nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht. Das gilt für gemietete und selbst entwickelte Apps gleichermaßen, deshalb gehört er früh in die Auswahl.

Quellen

  • Kontakt

  • BlueBranch GmbH
    Hans-Vogel-Straße 59
    90765 Fürth

  • Telefon: +49 9131 9430090
    E-Mail: hello@bluebranch.de

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