Flutter vs. React Native: Welches Framework für deine Business-App?

Zwei Smartphones mit iOS und Android zeigen dieselbe App-Oberfläche, dahinter ein Entwickler am Monitor, Symbolbild zum Vergleich Flutter vs. React Native

11 Min. Lesezeit

Für Business-Apps liegt Flutter im Vergleich mit React Native nach sieben offengelegten Kriterien vorn, mit 92,5 zu 65 von 100 Punkten. Den Ausschlag geben gleiches Verhalten auf iOS und Android, geringerer Upgrade-Aufwand, Tests mit Werkzeugen aus dem SDK und sechs Zielplattformen aus einer Codebasis. React Native punktet bei Fachkräften und dem JavaScript-Ökosystem, bei der Performance liegen beide gleichauf. Grundlage sind die offiziellen Dokumentationen und Release-Angaben beider Frameworks, Stand 23. Oktober 2026.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Flutter gewinnt den Vergleich für Business-Apps mit 92,5 von 100 Punkten, React Native erreicht 65. Kriterien, Gewichtung und Belege sind offengelegt.
  • Flutter zeichnet jede Oberfläche mit der eigenen Engine Impeller. React Native bildet seine Komponenten auf die nativen Views von iOS und Android ab: 84 von 241 Props der Kernkomponenten TextInput, ScrollView, View und Text wirken laut Dokumentation nur auf einer Plattform.
  • React Native erscheint etwa alle zwei Monate in einer neuen Minor-Version und pflegt nur die letzten drei. Flutter veröffentlicht etwa alle drei Monate eine stabile Version, viele Breaking Changes migriert dart fix automatisch.
  • Seit Version 0.82 läuft React Native ausschließlich auf der neuen Architektur ohne asynchrone Bridge. Bei der Performance im Release-Build liegen beide Frameworks gleichauf.
  • Die Stärke von React Native ist der Fachkräftemarkt: 66 Prozent der befragten Entwickler nutzen JavaScript, 5,9 Prozent Dart.

So ist der Vergleich Flutter vs. React Native aufgebaut

BlueBranch entwickelt Apps mit beiden Frameworks. Der Unfall-Erfasser für KFZ-SRS läuft mit Flutter auf Android und iOS, die Taschengeld-App mit React Native und Expo. Für neue plattformübergreifende Business-Apps ist Flutter bei BlueBranch der Standard. Weil BlueBranch damit selbst eine Position hat, sind Kriterien, Gewichtung und Belege vollständig offengelegt, und jede Punktzahl lässt sich nachrechnen.

Bewertet wird aus der Sicht eines Unternehmens, das eine App für iOS und Android beauftragt und mindestens drei Jahre betreibt. Deshalb zählen Eigenschaften, die über die Laufzeit Aufwand erzeugen: Das Verhalten auf beiden Plattformen, Upgrades, Tests, Performance, Fachkräfte, Zielplattformen und Abhängigkeiten. Alle Angaben stammen aus den offiziellen Dokumentationen, Release-Ankündigungen und dem Stack Overflow Developer Survey, abgerufen am 23. Oktober 2026. Die Belege stehen gesammelt im Abschnitt Quellen.

Punkte gibt es für dokumentierte Eigenschaften

Jedes Kriterium bringt 0, 1 oder 2 Punkte. 2 Punkte gibt es, wenn die offizielle Dokumentation die Eigenschaft vollständig belegt, 1 Punkt für eine teilweise Erfüllung, 0 Punkte, wenn sie fehlt. Die Punkte werden mit der Gewichtung des Kriteriums verrechnet, maximal sind 100 Punkte erreichbar. Ein Beispiel: Erhält ein Framework beim Upgrade-Aufwand 1 von 2 Punkten, bekommt es 7,5 von 15 möglichen Punkten.

Flutter und React Native: Zwei Wege zur App aus einer Codebasis

Flutter ist ein Open-Source-Framework von Google. Entwickelt wird in der Programmiersprache Dart. Im Release-Build kompiliert Flutter direkt zu Maschinencode für ARM- und Intel-Prozessoren und zeichnet die Oberfläche mit der eigenen Engine Impeller, die mit jeder App ausgeliefert wird. Impeller kompiliert alle Shader bereits beim Build und sorgt so für eine vorhersehbare Performance.

React Native baut auf der JavaScript-Bibliothek React auf. Entwickelt wird in JavaScript oder TypeScript, ausgeführt wird der Code in der Engine Hermes, seit Version 0.84 standardmäßig in der Generation Hermes V1. Zur Laufzeit erzeugt React Native für jede Komponente die passende native View von Android und iOS. Seit Februar 2026 liegt React Native bei der React Foundation unter dem Dach der Linux Foundation, an die Meta das Projekt übergeben hat.

Die neue Architektur von React Native ist seit Version 0.82 Pflicht

Die neue Architektur ist seit React Native 0.76 Standard und seit Version 0.82 vom 8. Oktober 2025 die einzige. Das JavaScript Interface (JSI) ersetzt die asynchrone Bridge: JavaScript hält direkte Referenzen auf C++-Objekte und ruft native Methoden ohne Serialisierung auf, Layout-Informationen stehen synchron bereit. Mit Version 0.84 entfernt das Team den Code der alten Architektur auch aus den iOS-Builds. Vergleiche, die React Native einen Bridge-Engpass zuschreiben, beschreiben damit einen Stand vor Oktober 2025. Aktuell ist Version 0.88 vom Oktober 2026.

7 Kriterien für die Wahl zwischen Flutter und React Native

Die sieben Kriterien bilden ab, was eine Business-App über drei Jahre Betrieb kostet oder sichert. Das gleiche Verhalten auf beiden Plattformen trägt mit 20 Prozent das höchste Gewicht, weil jede Abweichung zwischen iOS und Android doppelte Tests und eigene Fehlerbehebungen nach sich zieht.

Abb. 1: Gewichtung der sieben Kriterien im Vergleich Flutter vs. React NativeBalkendiagramm der Gewichtung: Gleiches Verhalten auf iOS und Android 20 Prozent; Upgrade-Aufwand über die Laufzeit 15 Prozent; Testbarkeit mit Werkzeugen des Frameworks 15 Prozent; Performance im Release-Build 15 Prozent; Fachkräfte und Sprach-Ökosystem 15 Prozent; Zielplattformen aus einer Codebasis 10 Prozent; Grundfunktionen ohne Drittpakete 10 Prozent.Gewichtung der sieben KriterienAnteil an 100 möglichen Punkten, Sicht eines Unternehmens mit drei Jahren BetriebGleiches Verhalten auf iOS und Android20 %Upgrade-Aufwand über die Laufzeit15 %Testbarkeit mit Werkzeugen des Frameworks15 %Performance im Release-Build15 %Fachkräfte und Sprach-Ökosystem15 %Zielplattformen aus einer Codebasis10 %Grundfunktionen ohne Drittpakete10 %Abb. 1 · BlueBranch
Abb. 1: Gewichtung der sieben Kriterien im Vergleich Flutter vs. React Native

Gleiches Verhalten auf iOS und Android (20 Prozent). Eine Business-App soll auf jedem Gerät gleich funktionieren, damit Schulung, Support und Tests einmal reichen. 2 Punkte: Das Framework zeichnet die Oberfläche auf beiden Plattformen mit eigenem Code. 1 Punkt: Gemeinsame Komponenten werden auf native Views abgebildet und haben plattformspezifische Eigenschaften. 0 Punkte: Getrennte Oberflächen je Plattform.

Upgrade-Aufwand über die Laufzeit (15 Prozent). Apple und Google verlangen jedes Jahr neue SDK-Versionen, deshalb muss jede App regelmäßig auf eine aktuelle Framework-Version. 2 Punkte: Release-Takt von drei Monaten oder länger und automatische Migration vieler Breaking Changes. 1 Punkt: Migrationshilfe vorhanden, aber kürzerer Takt oder manuelle Übernahme von Änderungen in native Projektdateien. 0 Punkte: Keine Migrationshilfe.

Testbarkeit mit Werkzeugen des Frameworks (15 Prozent). Automatische Tests auf beiden Plattformen verhindern, dass ein Update Fehler in den Store bringt. 2 Punkte: Unit-, Komponenten- und Integrationstests mit Werkzeugen des Frameworks. 1 Punkt: Test-Runner im Projekt-Template, Komponenten- oder End-to-End-Tests über Drittbibliotheken. 0 Punkte: Keine Testwerkzeuge.

Performance im Release-Build (15 Prozent). Formulare, Listen und Dashboards müssen ohne Ruckeln laufen. 2 Punkte: App-Logik und Oberfläche kommunizieren im Release-Build ohne serialisierende Brücke. 1 Punkt: Mit asynchroner Brücke. 0 Punkte: Darstellung in einer WebView.

Fachkräfte und Sprach-Ökosystem (15 Prozent). Wer die App später selbst weiterentwickeln will, braucht Entwickler für die Sprache des Frameworks. 2 Punkte: Die Sprache nutzt mehr als die Hälfte der befragten Entwickler im Stack Overflow Developer Survey. 1 Punkt: 5 bis 50 Prozent. 0 Punkte: Unter 5 Prozent.

Zielplattformen aus einer Codebasis (10 Prozent). Viele Business-Apps brauchen später eine Web- oder Desktop-Fassung, etwa für Disposition oder Verwaltung. 2 Punkte: Mindestens fünf Plattformen werden vom Framework-Team selbst unterstützt. 1 Punkt: iOS und Android im Kern, weitere über Partner oder Community. 0 Punkte: Eine Plattform.

Grundfunktionen ohne Drittpakete (10 Prozent). Jedes zusätzliche Paket bringt eigene Versionen, die bei jedem Upgrade zusammenpassen müssen. 2 Punkte: Oberflächenkomponenten, Navigation und Tests gehören zum SDK. 1 Punkt: Schlanker Kern, die Dokumentation empfiehlt für Navigation und native Schnittstellen ein zusätzliches Framework. 0 Punkte: Grundfunktionen fehlen.

Ergebnis: Flutter gewinnt mit 92,5 zu 65 Punkten

Flutter erreicht 92,5 von 100 Punkten und liegt in fünf von sieben Kriterien vorn. React Native kommt auf 65 Punkte, gewinnt das Kriterium Fachkräfte und liegt bei der Performance gleichauf. Den Unterschied machen die Kriterien, die über die Laufzeit wirken: Plattformverhalten, Upgrades, Tests, Zielplattformen und Grundfunktionen.

KriteriumGewichtFlutterReact Native
Gleiches Verhalten auf iOS und Android20 %2010
Upgrade-Aufwand über die Laufzeit15 %157,5
Testbarkeit mit Werkzeugen des Frameworks15 %157,5
Performance im Release-Build15 %1515
Fachkräfte und Sprach-Ökosystem15 %7,515
Zielplattformen aus einer Codebasis10 %105
Grundfunktionen ohne Drittpakete10 %105
Gesamt100 %92,565
Abb. 2: Gewichtete Punkte von Flutter und React Native je KriteriumGestapelte Balken mit den gewichteten Punkten je Kriterium: Flutter 92,5 von 100 Punkten; React Native 65 von 100 Punkten. React Native liegt beim Kriterium Fachkräfte vorn, bei der Performance gleichauf, Flutter bei den übrigen fünf Kriterien.Ergebnis der EntscheidungsmatrixGewichtete Punkte, Maximum 100, Stand 23. Oktober 2026Flutter92,5React Native65Plattformverhalten (20)Upgrades (15)Tests (15)Performance (15)Fachkräfte (15)Plattformen (10)Grundfunktionen (10)Abb. 2 · BlueBranch
Abb. 2: Flutter erreicht 92,5, React Native 65 von 100 gewichteten Punkten

Gleiches Verhalten auf iOS und Android: Wo React Native auseinanderläuft

Flutter implementiert jedes Bedienelement selbst in Dart, auch den iOS-Schalter und sein Android-Gegenstück. Die Dokumentation beschreibt das als bewusste Entscheidung, die System-Bibliotheken für Oberflächen zu umgehen. Eine Flutter-App rendert auf iOS und Android damit denselben Code mit derselben Engine.

React Native geht den umgekehrten Weg. Die Komponente TextInput wird auf Android zur View EditText, auf iOS zur View UITextField, ScrollView zu ScrollView bzw. UIScrollView. Damit erbt jede App die Unterschiede beider Plattformen, und die Dokumentation führt sie offen auf. Für vier grundlegende Kernkomponenten ergibt die Zählung der Props am 23. Oktober 2026:

KomponenteProps laut Dokunur iOSnur Androidplattformspezifisch
TextInput69161038 %
ScrollView5921747 %
View6491233 %
Text494518 %
Zusammen241503435 %

35 Prozent der Props dieser vier Kernkomponenten wirken nur auf einer Plattform. Für diese Unterschiede sieht React Native eigene Werkzeuge vor: Das Modul Platform für Verzweigungen im Code und Dateien mit den Endungen .ios.js und .android.js für getrennte Komponenten. Jede dieser Stellen ist ein Testfall, der auf beiden Plattformen einzeln geprüft werden muss.

Aus den eigenen Projekten mit beiden Frameworks zieht das Team von BlueBranch dieselbe Bilanz: React Native verhält sich auf iOS und Android häufiger unterschiedlich, und daraus entstehen mehr plattformspezifische Fehler, die einzeln gefunden und behoben werden. Auch Flutter-Apps rufen für Kamera, Bluetooth oder Push-Nachrichten nativen Code über Plugins auf, dort liegen bei beiden Frameworks plattformspezifische Fehlerquellen. Die Oberfläche selbst bleibt bei Flutter auf beiden Plattformen derselbe Code.

Upgrade-Aufwand über drei Jahre: Release-Takt und Pflicht-Updates

Apple und Google erzwingen jedes Jahr Updates. Seit dem 28. April 2026 akzeptiert App Store Connect nur Apps, die mit Xcode 26 und einem SDK für iOS 26 gebaut sind. Google Play verlangt seit dem 31. August 2026 für neue Apps und Updates die Ziel-API 36, also Android 16. Wer seine App weiter aktualisieren will, braucht deshalb jedes Jahr eine Framework-Version, die diese Anforderungen erfüllt.

React Native veröffentlicht etwa alle zwei Monate eine neue Minor-Version, von 0.83 im Dezember 2025 bis 0.88 im Oktober 2026. Gepflegt werden laut Release-Richtlinie nur die letzten drei Minor-Versionen, eine Version bekommt also rund sechs Monate lang Fehlerbehebungen. Die Versionsnummer steht noch vor 1.0, und die Release-Ankündigungen weisen eigens aus, wenn eine Version keine Breaking Changes enthält. Die Dokumentation nennt Upgrades selbst „rather tricky“, weil ein Projekt aus einem Android-, einem iOS- und einem JavaScript-Projekt besteht. Änderungen an nativen Projektdateien zeigt der Upgrade Helper, übernommen werden sie von Hand. Expo weist für den Wechsel auf Xcode 26 darauf hin, dass die Kompatibilität auch von den verwendeten Bibliotheken abhängt.

Flutter veröffentlicht etwa alle drei Monate eine stabile Version, von 3.38 im November 2025 bis 3.47 im August 2026. Viele Breaking Changes migriert der Befehl dart fix automatisch. Für die Versionen 3.38 bis 3.47 listet die Dokumentation je Release 3 bis 9 Migrationsleitfäden.

Abb. 3: Framework-Releases und Pflicht-Updates der Stores in drei Jahren BetriebZeitstrahl über 36 Monate Betrieb: Flutter veröffentlicht etwa alle drei Monate eine stabile Version, zusammen 12. React Native veröffentlicht etwa alle zwei Monate eine Minor-Version, zusammen 18, und pflegt jeweils nur die letzten drei. Apple und Google setzen jedes Jahr neue Mindestanforderungen an SDK und Ziel-API, zusammen je 3 Pflichttermine.36 Monate Betrieb: Releases und Pflicht-UpdatesTakt laut Release-Angaben der Hersteller, schematischMonat 0Monat 12Monat 24Monat 36Flutter12 stabile ReleasesReact Native18 Minor-ReleasesApple SDK-Pflicht3 PflichttermineGoogle Play Ziel-API3 Pflichtterminegepflegt: letzte 3Jeder Punkt ist ein möglicher Upgrade-Schritt im Wartungsvertrag.Abb. 3 · BlueBranch
Abb. 3: Framework-Releases und Pflicht-Updates der Stores in drei Jahren Betrieb

Was die Framework-Wahl über drei Jahre kostet

Für die Wartung einer App kalkuliert BlueBranch üblicherweise 5 bis 12,5 Prozent der Entwicklungskosten pro Jahr. Eine App mittlerer Komplexität für 40.000 Euro kostet damit in drei Jahren 6.000 bis 15.000 Euro Wartung. Wo eine App in diesem Korridor landet, entscheiden fünf Kostentreiber, und bei vier davon hat das Framework Einfluss:

  1. Upgrade-Schritte: Rund 18 Minor-Versionen von React Native gegen rund 12 stabile Versionen von Flutter in drei Jahren, dazu die jährlichen Pflichttermine von Apple und Google.
  2. Native Projektdateien: Bei React Native übernimmt das Team Änderungen an Android- und iOS-Projekt von Hand, bei Flutter migriert dart fix viele Änderungen im Dart-Code automatisch.
  3. Drittpakete: Jedes Paket für Navigation, Tests oder Gerätefunktionen muss zur neuen Framework-Version passen. Flutter bringt mehr davon im SDK mit.
  4. Tests je Plattform: Plattformspezifische Props und Dateien erzeugen eigene Testfälle je Plattform. Gleiches Rendering auf beiden Plattformen hält ihre Zahl klein.
  5. Funktionsumfang: Neue Funktionen und Schnittstellen kosten in beiden Frameworks Entwicklungszeit, unabhängig von der Technik.

Testbarkeit: Flutter bringt die Testpyramide im SDK mit

Flutter beschreibt drei Testarten als ein durchgehendes Konzept. Unit-Tests prüfen eine Funktion oder Klasse, Widget-Tests ein einzelnes Bedienelement, Integrationstests die ganze App. Das Paket integration_test gehört zum Flutter-SDK. Unit- und Widget-Tests laufen laut Dokumentation schnell, Integrationstests langsamer, dafür mit der höchsten Aussagekraft. Grenzen nennt die Dokumentation offen: Native Dialoge wie Berechtigungsabfragen erreicht integration_test nicht.

React Native liefert im Projekt-Template den Test-Runner Jest mit einem passenden Preset. Für Komponententests nennt die Dokumentation die React Native Testing Library, für End-to-End-Tests Detox, Appium oder Maestro. Alle vier sind Projekte außerhalb von React Native mit eigenen Versionen, die bei jedem Upgrade zusammenpassen müssen. Für ein Unternehmen heißt das: Bei Flutter steht die Testabdeckung auf dem Fundament des Frameworks, bei React Native auf einer Werkzeugkette, die mitgepflegt wird.

Die Framework-Frage gehört ins Lastenheft

Mit der kostenlosen Lastenheft-Vorlage legst du Zielplattformen, Laufzeit, Tests und Wartung fest, bevor du Angebote einholst. So vergleichst du Flutter- und React-Native-Angebote auf derselben Grundlage.

Web, Desktop und Mobile: Sechs Zielplattformen aus einer Flutter-Codebasis

Flutter unterstützt Android, iOS, Web, Windows, macOS und Linux direkt durch das Flutter-Team. Mit Version 3.47 ist Impeller auch auf macOS, Windows und Linux Standard. Eine Außendienst-App und das passende Verwaltungsprogramm für den Desktop entstehen damit aus derselben Codebasis.

React Native deckt im Kern Android und iOS ab. Windows und macOS pflegt Microsoft als Partnerprojekt, visionOS das Unternehmen Callstack, das Web die Community mit React Native Web. Für reine Smartphone-Apps genügt das. Sobald eine Business-App auf weitere Plattformen soll, wächst bei React Native die Zahl der Projekte, deren Versionen zusammenpassen müssen.

Dasselbe gilt für Grundfunktionen. Flutter bringt Material- und Cupertino-Komponenten sowie Navigation im SDK mit. React Native empfiehlt für neue Apps ausdrücklich ein Framework wie Expo, weil Navigation, Zugriff auf native Schnittstellen und native Abhängigkeiten sonst aus Bibliotheken zusammengesetzt werden. Das kostet laut Dokumentation „real work“, beim Start und später in der Wartung.

Stärken von React Native: Fachkräfte, JavaScript-Ökosystem und Updates over the air

JavaScript nutzen laut Stack Overflow Developer Survey 2025 66 Prozent der befragten Entwickler, Dart 5,9 Prozent. Ein Unternehmen mit eigenem React-Team für die Website findet für React Native schneller Personal und teilt Wissen zwischen Web und App. Bei der Verbreitung der Frameworks selbst liegen beide nah beieinander: 2024 nutzten 9,4 Prozent der Befragten Flutter und 8,4 Prozent React Native. Auf GitHub hat Flutter 180.339 Sterne, React Native 126.764 (Stand 23. Oktober 2026).

Mit EAS Update von Expo spielt React Native JavaScript, Styles und Bilder ohne neues Store-Release aus. Änderungen am nativen Code brauchen weiterhin einen neuen Build. Dazu kommt eine neutrale Trägerschaft: Die React Foundation bei der Linux Foundation wird von Unternehmen wie Meta, Microsoft, Amazon und Expo getragen.

Für ein Unternehmen, das eine App beauftragt, wiegt der Fachkräftevorteil weniger schwer. Wer kein eigenes Dart-Team aufbauen will, beauftragt eine Flutter Agentur, die Entwicklung, Tests und Upgrades übernimmt. Fachkräfte entscheiden über den Start, die übrigen sechs Kriterien über drei Jahre Betrieb.

Entscheidungsmatrix: Flutter oder React Native für dein Unternehmen

Die Punktzahl zeigt die Lage für eine typische Business-App. Für deine Ausgangslage helfen sechs Fälle:

  • Neue Business-App für iOS und Android, Betrieb über mehrere Jahre: Flutter, weil Plattformverhalten, Upgrades und Tests über die Laufzeit den größten Aufwand bestimmen.
  • App plus Web- oder Desktop-Anwendung: Flutter, weil sechs Plattformen aus einer Codebasis vom Flutter-Team selbst unterstützt werden.
  • Eigenes React-Team, das die App selbst weiterentwickelt: React Native, weil das Team seine Sprache und Bibliotheken weiter nutzt.
  • Häufige Inhaltsänderungen ohne Store-Release: React Native mit Expo und EAS Update.
  • AR, aufwendige 3D-Grafik, Apple-Watch-Apps oder CarPlay: Native Apps mit Swift und Kotlin.
  • Bestehende React-Native-App mit wachsendem Fehleraufwand: Schrittweise Migration zu Flutter. Mit Add-to-App übernimmt Flutter einzelne Bildschirme, während die App im Store bleibt. BlueBranch überführt bestehende React-Native-Apps auf diesem Weg in eine gemeinsame Flutter-Codebasis.

5 Fragen an deine Agentur vor der Framework-Wahl

Fünf Fragen machen Angebote für Flutter und React Native vergleichbar. Die Antworten gehören schriftlich ins Angebot:

  1. Version und Pflege: Mit welcher Framework-Version startet das Projekt, und wie lange wird sie gepflegt?
  2. Upgrades im Wartungsvertrag: Wie viele Upgrade-Schritte pro Jahr sind enthalten, und wer übernimmt die Pflichttermine von Apple und Google?
  3. Drittpakete: Welche Pakete braucht die App, und wer prüft ihre Kompatibilität bei jedem Upgrade?
  4. Tests: Welche Tests laufen automatisch auf iOS und Android, bevor ein Update in den Store geht?
  5. Quellcode: Gehören dir Quellcode, Repository und Store-Zugänge, sodass ein anderes Team die App weiterführen kann?

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Häufige Fragen zu Flutter und React Native

Ist Flutter schneller als React Native?

Für typische Business-Apps liefern beide Frameworks flüssige Oberflächen. Flutter kompiliert im Release-Build zu Maschinencode und zeichnet mit der Engine Impeller, React Native führt JavaScript in der Engine Hermes aus und ruft native Funktionen seit der neuen Architektur direkt über JSI auf.

Gibt es bei React Native noch die Bridge?

Die asynchrone Bridge ist abgelöst. Seit React Native 0.82 läuft jede App ausschließlich auf der neuen Architektur, in der das JavaScript Interface (JSI) JavaScript und nativen Code direkt verbindet.

Welches Framework ist in der Wartung günstiger?

Die Wartungskosten hängen vor allem an Upgrades, Drittpaketen und Tests auf beiden Plattformen. Flutter bringt mehr Grundfunktionen im SDK mit und erscheint etwa alle drei Monate, React Native etwa alle zwei Monate mit Pflege nur für die letzten drei Minor-Versionen.

Kann man eine bestehende App schrittweise zu Flutter migrieren?

Ja, mit Add-to-App bindet Flutter einzelne Screens als Modul in eine bestehende Android- oder iOS-App ein. So lässt sich eine App Bildschirm für Bildschirm umstellen, während sie weiter im Store bleibt.

Wer steht hinter Flutter und React Native?

Flutter entwickelt Google als Open-Source-Projekt unter BSD-Lizenz. React Native gehört seit Februar 2026 zur React Foundation, die unter dem Dach der Linux Foundation arbeitet und zu deren Gründungsmitgliedern Meta, Microsoft, Amazon und Expo zählen.

Quellen

  1. BlueBranch GmbH: Flutter Agentur, KFZ-SRS Unfall-Erfasser, Taschengeld-App, bluebranch.de, abgerufen am 23.10.2026.
  2. Google, Flutter-Dokumentation: Flutter architectural overview, Impeller rendering engine, Supported deployment platforms, docs.flutter.dev, abgerufen am 23.10.2026.
  3. Google, Flutter-Dokumentation: Upgrading Flutter, Breaking changes and migration guides, Automated fixes (dart fix), What’s new in the docs, docs.flutter.dev, abgerufen am 23.10.2026.
  4. Google, Flutter-Dokumentation: Testing Flutter apps, Navigation and routing, Material widgets, Cupertino widgets, Add Flutter to an existing app, docs.flutter.dev, abgerufen am 23.10.2026.
  5. React Native, Dokumentation: Core Components and Native Components, Platform-Specific Code, TextInput, ScrollView, View, Text, reactnative.dev, abgerufen am 23.10.2026.
  6. React Native, Dokumentation: About the New Architecture, Releases, Upgrading to New Versions, Testing, Out-of-Tree Platforms, Get Started with React Native, reactnative.dev, abgerufen am 23.10.2026.
  7. React Native Team: React Native 0.82, A New Era (8. Oktober 2025), React Native 0.84, Hermes V1 by Default (11. Februar 2026), Blog mit allen Release-Ankündigungen, reactnative.dev, abgerufen am 23.10.2026.
  8. React Team: The React Foundation: A New Home for React Hosted by the Linux Foundation (24. Februar 2026), react.dev, abgerufen am 23.10.2026.
  9. Stack Overflow: Developer Survey 2024, Technology, Developer Survey 2025, Technology, survey.stackoverflow.co, abgerufen am 23.10.2026.
  10. GitHub: flutter/flutter, react/react-native, github.com, abgerufen am 23.10.2026.
  11. Apple: Upcoming Requirements, developer.apple.com, abgerufen am 23.10.2026.
  12. Google: Meet Google Play’s target API level requirement, developer.android.com, abgerufen am 23.10.2026.
  13. Expo: EAS Update, Szymon Dziedzic: App Store Connect minimum SDK requirements update (27. April 2026), expo.dev, abgerufen am 23.10.2026.
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