B2B (Bu­­si­­ness-to-Bu­­si­­ness)

B2B steht für Busi­ness-to-Busi­ness und bezeich­net Geschäfts­be­zie­hun­gen zwi­schen Unter­neh­men. Im B2B-Han­del kauft ein Unter­neh­men Pro­duk­te oder Leis­tun­gen, um sie wei­ter­zu­ver­ar­bei­ten, wei­ter­zu­ver­kau­fen oder im eige­nen Betrieb ein­zu­set­zen. B2B-Geschäfts­mo­del­le sind das Rueck­grat vie­ler Bran­chen, vom Hand­werk über den Maschi­nen­bau bis hin zur IT- und Soft­ware­indus­trie. Sie unter­schei­den sich in vie­len Punk­ten deut­lich vom End­kun­den­ge­schäft und stel­len eige­ne Anfor­de­run­gen an Ver­trieb, Pro­dukt­dar­stel­lung und IT-Infra­struk­tur.

Was bedeu­tet B2B?

B2B steht für Busi­ness-to-Busi­ness. Es beschreibt alles, was sich an Gewer­be­kun­den rich­tet, zum Bei­spiel an Hand­wer­ker, Indus­trie­be­trie­be, Händ­ler oder Dienst­leis­ter. Klas­si­scher­wei­se lau­fen B2B-Pro­zes­se über län­ge­re Ent­schei­dungs­we­ge, indi­vi­du­el­le Prei­se und kun­den­spe­zi­fi­sche Kon­di­tio­nen. Im Ver­gleich zum End­kun­den­han­del sind die Bestell­men­gen oft grö­ßer, die Zah­lungs­zie­le län­ger und die Bezie­hung zwi­schen Anbie­ter und Kun­de lang­fris­ti­ger ange­legt.

Im B2B-Bereich ist das Ver­trau­en zwi­schen Anbie­ter und Kun­de beson­ders wich­tig. Wer ein­mal einen Lie­fe­ran­ten gewählt hat, wech­selt nicht leicht­fer­tig, weil mit dem Lie­fe­ran­ten auch inter­ne Pro­zes­se, Schnitt­stel­len und per­sön­li­che Kon­tak­te ver­bun­den sind. Die­se Sta­bi­li­tät bringt für bei­de Sei­ten Vor­tei­le, stellt aber auch hohe Anfor­de­run­gen an Ver­läss­lich­keit, Qua­li­tät und Ser­vice.

Beson­der­hei­ten im B2B-Online-Han­del

Im B2B-Shop ste­hen Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen, tech­ni­sche Daten­blät­ter, Staf­fel­prei­se, Kun­den­ra­bat­te und Waren­wirt­schafts­funk­tio­nen im Vor­der­grund. Kaeu­fer erwar­ten zuver­läs­si­ge Bestands­in­for­ma­tio­nen, schnel­le Bestell­ab­wick­lung und kor­rek­te Net­to­prei­se. Sie kom­men mit einem kla­ren Bedarf und ent­schei­den auf Basis von Fak­ten, nicht pri­mär auf­grund von Emo­ti­on oder Mar­ken­wer­bung.

Ein B2B-Shop muss daher ande­re Anfor­de­run­gen erfül­len als ein klas­si­scher End­kun­den­shop. Log­in-Berei­che für Stamm­kun­den, indi­vi­du­el­le Prei­se, Bestell­über­sich­ten, Wie­der­be­stel­lun­gen mit einem Klick, Bestel­lun­gen über CSV-Impor­te und Schnitt­stel­len zu Waren­wirt­schafts­sys­te­men der Kun­den sind Stan­dard. Auch der Check­out ist auf gewerb­li­che Anfor­de­run­gen zuge­schnit­ten, mit Bestell­num­mern, Kos­ten­stel­len und Mehr­nut­zer­ver­wal­tung.

Abgren­zung zu B2C

Im Gegen­satz zu B2B rich­tet sich B2C an Pri­vat­kun­den. B2C-Shops set­zen stär­ker auf Mar­ke, Bera­tung und Emp­feh­lung, die Prei­se sind brut­to aus­ge­zeich­net, und der Bestell­pro­zess ist auf End­ver­brau­cher opti­miert. Auch die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen unter­schei­den sich, zum Bei­spiel beim Wider­rufs­recht oder bei der Kenn­zeich­nung von Prei­sen und Ver­sand­kos­ten.

Vie­le Unter­neh­men betrei­ben bei­de Model­le getrennt, um die jewei­li­ge Ziel­grup­pe opti­mal anzu­spre­chen. Eine sau­be­re Tren­nung ver­hin­dert, dass End­kun­den mit gewerb­li­chen Kon­di­tio­nen kol­li­die­ren oder umge­kehrt. Im Colo­ria­mo-Pro­jekt der Ein­horn­wer­ke GmbH war genau das ein wich­ti­ger Punkt: der bestehen­de B2B-Auf­tritt für Hand­wer­ker bleibt unver­än­dert, par­al­lel ent­steht ein eigen­stän­di­ger B2C-Shop für Pri­vat­kun­den.

Typi­sche B2B-Bran­chen

B2B-Model­le gibt es in prak­tisch allen Bran­chen. Klas­si­sche Bei­spie­le sind Indus­trie­gü­ter, Maschi­nen­bau, Bau­wirt­schaft, Hand­werk, IT-Hard­ware und Soft­ware, Büro­be­darf, Werk­stof­fe und Halb­zeu­ge. Auch vie­le Dienst­leis­tun­gen wie Bera­tung, Logis­tik, War­tung oder Soft­ware-as-a-Ser­vice sind über­wie­gend B2B-getrie­ben. In den letz­ten Jah­ren sind zudem digi­ta­le Platt­for­men ent­stan­den, die B2B-Han­del über eige­ne Markt­plät­ze abwi­ckeln.

Bran­chen­spe­zi­fi­sche Anfor­de­run­gen wir­ken sich stark auf den Shop aus. Her­stel­ler von Elek­tronik­kom­po­nen­ten brau­chen detail­lier­te Daten­blät­ter, der Werk­zeug­han­del prä­zi­se Fil­ter­funk­tio­nen, der Büro­markt schnel­le Wie­der­be­stel­lun­gen. Wer einen B2B-Shop plant, muss daher die Bran­che und die typi­schen Beschaf­fungs­pro­zes­se sei­ner Kun­den genau ver­ste­hen.

Ver­triebs­ka­nä­le im B2B

Klas­si­sche B2B-Ver­triebs­ka­nä­le sind Aus­sen­dienst, Innen­dienst, Tele­fon­ver­kauf und Mes­sen. In den letz­ten Jah­ren haben sich digi­ta­le Kanä­le wie Online­shops, Self-Ser­vice-Por­ta­le und Markt­plät­ze stark ent­wi­ckelt. Vie­le Unter­neh­men ver­fol­gen heu­te eine Mul­ti­ka­nal-Stra­te­gie, bei der ein Online­shop den Aus­sen­dienst ent­las­tet, klas­si­sche Bestel­lun­gen ablöst und neue Kun­den gewinnt.

Auch die Erwar­tungs­hal­tung der Kun­den hat sich ver­än­dert. Ein­kaeu­fer recher­chie­ren online, ver­glei­chen Anbie­ter und ent­schei­den zuneh­mend digi­tal. Wer als B2B-Anbie­ter sicht­bar sein will, braucht heu­te eine pro­fes­sio­nel­le Web­sei­te, einen seriö­sen Online­shop und gut auf­be­rei­te­te Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen. Per­sön­li­che Kon­tak­te blei­ben wich­tig, gehen aber zuneh­mend mit digi­ta­len Kanä­len Hand in Hand.

Recht­li­che Aspek­te im B2B

B2B-Geschäf­te fol­gen ande­ren recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen als B2C. Es gilt grund­sätz­lich kein gesetz­li­ches Wider­rufs­recht, Gewähr­leis­tun­gen kön­nen ver­trag­lich ange­passt wer­den, und Prei­se wer­den net­to aus­ge­zeich­net. AGB sind detail­lier­ter, weil sie vie­le Spe­zi­al­fäl­le abde­cken müs­sen, von Eigen­tums­vor­be­halt über Skon­to und Zah­lungs­fris­ten bis hin zur Haf­tungs­be­gren­zung.

Auch im Daten­schutz gel­ten über­wie­gend die­sel­ben Regeln wie im B2C. Per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten von Ansprech­part­nern in Unter­neh­men sind eben­falls schutz­wür­dig, auch wenn sie geschäft­lich erho­ben wer­den. Wer einen B2B-Shop betreibt, muss DSGVO-kon­form mit Kun­den­da­ten umge­hen und soll­te recht­li­che Aspek­te vor dem Go-Live mit einer auf E‑Commerce spe­zia­li­sier­ten Kanz­lei prü­fen las­sen.

Best Prac­ti­ces für B2B-Shops

Ein guter B2B-Shop kom­bi­niert kla­re Pro­dukt­dar­stel­lung, schnel­le Bestell­pro­zes­se und indi­vi­du­el­le Kon­di­tio­nen. Wich­ti­ge Ele­men­te sind ein leis­tungs­fä­hi­ger Fil­ter, gut struk­tu­rier­te Pro­dukt­de­tail­sei­ten mit Daten­blät­tern und tech­ni­schen Spe­zi­fi­ka­tio­nen, kla­re Preis­an­ga­ben und ein effi­zi­en­ter Check­out. Funk­tio­nen wie Bestell­vor­la­gen, Wie­der­be­stel­lun­gen, Mehr­nut­zer­ver­wal­tung und Frei­ga­be-Work­flows machen den Shop für pro­fes­sio­nel­le Ein­kaeu­fer attrak­tiv.

Auch die Anbin­dung an Waren­wirt­schaft, Buch­hal­tung und Ver­sand­dienst­leis­ter gehört zu jedem ernst­haf­ten B2B-Shop. Bestel­lun­gen flie­ßen auto­ma­tisch ins ERP-Sys­tem, Rech­nun­gen wer­den gene­riert, Lie­fer­schei­ne an die Logis­tik über­ge­ben. Dadurch ent­ste­hen kur­ze Durch­lauf­zei­ten und ver­läss­li­che Pro­zes­se, die die Stamm­kun­den gewohnt sind.

Häu­fi­ge Stol­per­fal­len

Ein typi­scher Feh­ler ist es, einen B2C-Shop ein­fach umzu­la­beln und als B2B-Shop zu betrei­ben. Anfor­de­run­gen wie Net­to­prei­se, Log­in-Berei­che, indi­vi­du­el­le Kon­di­tio­nen oder Mehr­nut­zer­ver­wal­tung sind dann oft nicht sau­ber abge­bil­det, was zu Rekla­ma­tio­nen und Mehr­ar­beit führt.

Ein zwei­ter Stol­per­stein ist die man­geln­de Pfle­ge der Pro­dukt­da­ten. B2B-Ein­kaeu­fer wol­len prä­zi­se Infor­ma­tio­nen. Wer hier mit unvoll­stän­di­gen Daten­blät­tern, fal­schen Bestän­den oder ver­al­te­ten Prei­sen arbei­tet, ver­liert schnell das Ver­trau­en sei­ner Kun­den.

Fazit

B2B-Geschäfts­mo­del­le sind das Rueck­grat vie­ler Bran­chen und stel­len eige­ne Anfor­de­run­gen an Ver­trieb, Pro­zes­se und Soft­ware. Ein gut kon­zi­pier­ter B2B-Shop ent­las­tet den Aus­sen­dienst, gewinnt neue Kun­den und sorgt für effi­zi­en­te Bestell­pro­zes­se. Vor­aus­set­zung sind eine sau­be­re Kon­zep­ti­on, eine durch­dach­te Ver­zah­nung mit dem ERP-Sys­tem und eine kla­re Tren­nung gegen­über dem End­kun­den­ge­schäft.

Bei BlueBranch beglei­ten wir Kun­den bei der Kon­zep­ti­on und Umset­zung von B2B-Platt­for­men, B2B-Shops und Self-Ser­vice-Por­ta­len. Wir ach­ten dar­auf, dass die Lösung zu den Pro­zes­sen der Kun­den passt, sich mit den vor­han­de­nen Sys­te­men ver­bin­den lässt und lang­fris­tig wirt­schaft­lich betrie­ben wer­den kann.

Pra­xis-Hin­wei­se und Wei­ter­füh­ren­des

Wer ein Pro­jekt mit Bezug zu die­sem The­ma plant, soll­te die Ent­schei­dun­gen nicht iso­liert tref­fen. Statt­des­sen lohnt es sich, das gesam­te Zusam­men­spiel der betei­lig­ten Sys­te­me zu betrach­ten. Wel­che Daten kom­men woher, wel­che Pro­zes­se hän­gen davon ab, wel­che Stake­hol­der müs­sen ein­be­zo­gen wer­den. Eine ganz­heit­li­che Sicht spart Auf­wand und ver­mei­det spä­te­re Anpas­sun­gen am Sys­tem.

Auch der Blick in die Zukunft gehört zu jedem ernst­haf­ten Pro­jekt. Anfor­de­run­gen ändern sich, das eige­ne Geschäft ent­wi­ckelt sich wei­ter, neue Kanä­le kom­men hin­zu. Wer beim Kon­zept genug Spiel­raum lässt und auf erwei­ter­ba­re Archi­tek­tu­ren setzt, ist im Vor­teil. Sau­be­re Tren­nung von Daten, Logik und Prä­sen­ta­ti­on sowie offe­ne Schnitt­stel­len sind dabei der Schlüs­sel zu lang­fris­tig wirt­schaft­li­chen Lösun­gen.

Bei BlueBranch sehen wir die Bera­tung dazu als zen­tra­len Teil unse­rer Arbeit. Wir hören zu, ver­ste­hen das Geschäft des Kun­den, brin­gen unse­re Erfah­rung aus zahl­rei­chen Pro­jek­ten ein und ent­wi­ckeln gemein­sam Lösun­gen, die wirt­schaft­lich, tech­nisch und orga­ni­sa­to­risch pas­sen. So ent­steht aus einem Stich­wort wie die­sem ein Pro­jekt, das tat­säch­lich Wert schafft.

Auch die Aus­wahl der rich­ti­gen Part­ner ist eine wich­ti­ge Kom­po­nen­te. Spe­zia­lis­ten für Ent­wick­lung, Kon­zep­ti­on, Design und Stra­te­gie brin­gen jeweils ihre Sicht ein und sor­gen dafür, dass Lösun­gen aus meh­re­ren Per­spek­ti­ven gedacht wer­den. Wer hier auf ein­ge­spiel­te Teams setzt, pro­fi­tiert von kur­zen Abstim­mungs­we­gen, kla­ren Ver­ant­wort­lich­kei­ten und einer hohen Umset­zungs­ge­schwin­dig­keit.

Nicht zuletzt zählt eine ehr­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on mit allen Betei­lig­ten. Erwar­tun­gen wer­den trans­pa­rent gemacht, Fort­schrit­te regel­mäs­sig geteilt, Risi­ken offen ange­spro­chen. So ent­ste­hen Pro­jek­te, in denen Ver­trau­en wächst und in denen schwie­ri­ge Ent­schei­dun­gen gemein­sam getrof­fen wer­den kön­nen. Genau die­se Art der Zusam­men­ar­beit prägt die Arbeit bei BlueBranch.

Ver­wand­te Begrif­fe im Lexi­kon

Begrif­fe rund um digi­ta­le Geschäfts­pro­zes­se hän­gen oft eng zusam­men. Die fol­gen­den Ein­trä­ge im BlueBranch-Lexi­kon ergän­zen das hier vor­ge­stell­te The­ma sinn­voll und hel­fen, ein voll­stän­di­ges Bild zu bekom­men.

Wer sich tie­fer in die­se The­men ein­ar­bei­tet, erkennt schnell, dass moder­ne digi­ta­le Geschäfts­mo­del­le nicht aus iso­lier­ten Bau­stei­nen bestehen, son­dern aus einem fein auf­ein­an­der abge­stimm­ten Zusam­men­spiel von Platt­for­men, Pro­zes­sen und Daten. Genau hier setzt unse­re täg­li­che Arbeit an.

Häu­fi­ge Fra­gen

Was ist der Unter­schied zwi­schen B2B und B2C?

B2B steht für Busi­ness-to-Busi­ness, also Geschäf­te zwi­schen Unter­neh­men. B2C steht für Busi­ness-to-Con­su­mer, also Geschäf­te mit Pri­vat­kun­den. Die Unter­schie­de betref­fen Ziel­grup­pen, Prei­se (net­to vs. brut­to), Bestell­pro­zes­se, recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen und Ver­triebs­ka­nä­le.

Brau­che ich getrenn­te Shops für B2B und B2C?

Oft ja, weil sich Ziel­grup­pen, Prei­se, Bestell­pro­zes­se und recht­li­che Anfor­de­run­gen stark unter­schei­den. Man­che Platt­for­men kön­nen bei­de Berei­che in einem Shop abbil­den, in vie­len Fäl­len ist eine sau­be­re Tren­nung jedoch die wirt­schaft­lich und stra­te­gisch bes­se­re Lösung.

Wel­che Soft­ware eig­net sich für B2B-Shops?

Platt­for­men wie Woo­Com­mer­ce, Shop­ware oder Magen­to kön­nen mit den rich­ti­gen Erwei­te­run­gen auch B2B-Shops abbil­den. Wich­tig ist eine sau­be­re Kon­zep­ti­on für Log­in-Berei­che, indi­vi­du­el­le Kon­di­tio­nen und Schnitt­stel­len zum ERP-Sys­tem. Auch die Per­for­mance und die Benut­zer­füh­rung soll­ten auf die Anfor­de­run­gen pro­fes­sio­nel­ler Ein­kaeu­fer aus­ge­legt sein.

Sie pla­nen ein Pro­jekt, in dem die­ser Begriff eine Rol­le spielt? BlueBranch unter­stützt Sie von der Kon­zep­ti­on über die Umset­zung bis zum lau­fen­den Betrieb.

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